Gemütlicher Plausch bei einem Gläschen heißen Wassers

 

Henning Scherf zu Besuch in der Tagesstätte
 
ERLENBACH. »Kaffee?« »Nee. Ich trink' nur heißes Wasser.« Dr. Henning 
Scherfs Philosophie ist noch nicht bis in die Ursula-Wiegand-Tagesstätte in 
der Sozialstation der Caritas vorgedrungen. Dem Zwei-Meter-Gast zum Trotz
lassen sich die 15 Senioren Kaffee und Kuchen schmecken. Zwei Tage hielt 
sich Bremens ehemaliger Bürgermeister Henning Scherf auf Einladung des
Erlenbacher Landtagsabgeordneten Dr. Hans Jürgen Fahn in der Stadt auf.
Am Donnerstag besuchte er am Vormittag das 
Hermann-Staudinger-Gymnasium, um mit den Schülern der 8. bis 12. Klassen i
ns Gespräch zu kommen, die Teil des Projekts Begegnung der Generationen sind.
Nach dem Spiel der Vehharfengruppe, in der auch vier Seniorinnen mitspielen, 
erzählte der 71-Jährige von seinen Erfahrungen in der Seniorenwohngemeinschaft 
und über seinen Plan, zwei Wochen in einer Demenz-WG zu leben.
Die Projektmitglieder erhielten im Rahmen der Veranstaltung T-Shirts, die die
Volks- und Raiffeisenbank gesponsert hatte. Am Nachmittag stand der Besuch 
der Caritas-Sozialstation auf dem Programm. Nachdem alle Hände geschüttelt 
waren, setzte sich Scherf in einen Rollstuhl und plauschte mit den Senioren. 
Bei Susanne König von der Sozialstation informierte er sich über die Initiative 
Main Ehrenamt und das Sozialkaufhaus. Scherf tritt ein für ein Miteinander der 
Generationen und kritisiert das Leben in den Altenheimen. Ihm erscheint es
sinnvoller, die Bewohner in die täglichen Arbeiten wie Kartoffelschälen und
Gartenarbeit einzubinden, als ihnen ein fertiges Essen vorzusetzen und einen 
Gärtner zu bezahlen. In unserer Samstagausgabe erscheint auf Seite 3 ein 
Interview mit dem 71-Jährigen.

 

rt/Foto: Robert Tschöpe
Main Echo, Freitag 19.03.2010

 

 

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