Schülerpaten

Der angefügte Text stammt aus der Ausgabe 04/11 des Caritas Informations Dienstes

Was für den Geist tun und Schüler zum Beruf hinführen, sind die Gründe, die Margit Spinnler bewogen, im April 2011 als ehrenamtliche SchülerPatin junge Menschen auf dem Weg ins Berufsleben zu begleiten. Gemeinsam mit der Barbarossa-Mittelschule in Erlenbach startete im April 2011 die Initative Main-Ehrenamt Erlenbach, eine Arbeitsgemeinschaft der Caritas-Sozialstation St. Johannes und "Begegnung der Generationen", das Projekt SchülerPaten. Nach Aufrufen in der Regionalzeitung und den örtlichen Amtblättern meldetetn sich zum Start fünf Senioren als Schülerpaten an.

Der Umgang mit jungen Meschen, die Herausforderung geistig rege zu bleiben, Hilfe zu leisten und die eigenen Erfahrungen aus Berufsleben, Familie und Kindererziehung weiterzugeben, sind die Motive für die Ehrenamtlichen sich im Projekt zu engagieren.

Der erste Kennenlern-Abend fand gemeinsam mit SchülerPaten, Schülern, Eltern und Lehrern in der Barbarossa-Mittelschule statt. Die Paare aus SchülerPate und Schüler trafen sich von da an regelmäßig, je nach Zeitbudget des Schülerpaten. Auch die räumlichkeit kann vom SchülerPaten gewählt werden. Einen neutralen Begegnungsraum, außerhalb der Schule oder des Elternhauses, stellt Main- Ehrenamt Erlenbach in der Caritas-Sozialstation in Erlenbach zur Verfügung.

Treffen bei der Caritas

Auch Margrit Spinnler nurtzt den Raum der Caritas für die Treffen mit ihrem "Patenkind". Ihre erste Patenschaft war eine richtige Erfolgsgeschichte. Muhammet hat im Juni seine "Quali" mit der Note 2,16 abgeschlossen. Im Elternhaus konnte der schüchterne und zurückhaltende Junge nich ausreichend gefördert werden, da die Eltern getrennt leben und die Mutter nur türkisch spricht. Margrit Spinnler informierte sich über die Anforderungen für den qualifizierten Haupschulabschluss, besorgt sich Prüfungsunterlagen zumÜbun und führte Muhammed trotz der kurzen Zeitspanne zum außerordentlich erfolgreichen Anschluss. Fr. Spinnler, die gelernte Elektromeisterin ist und zahlreiche Auszubildende betreute, weiß, worauf es im Berufsleben ankommt. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit haben für viele Jugendliche kaum eine Stellenwert. Auch Margrit Spinnler hat dies mit Muhammet erlebt. Sie weiß, wie wichtig die Einhaltung von Terminen und Absprachen ist und konnte dies auch ihrem Schüler vermitteln. Muhammet musste sich mahnende Worte anhören, als er bei einer Praktikumsstelle nicht erschien, ohne Bescheid zu geben. Muhammet hat sichdie Worte zu Herzen genommenund daraufhin alle Ansprachen eingehalten.

Chancen von Paten

Paten haben oftmals mehr Einfluss als die Eltern, können leichter Probleme ansprechen und werden von den jungen Menschen erst genommen. Die Schüler erfahren, das ist ein Mensch, der sich um mich kümmert, für mich da ist ohne Geld dafür zu erhalten. Diese Wertschätzung ihrer Person ist für sie oftmals neu. Trotzdem git es auch Enttäuschungen bei den Paten, z.B. Schüler die zu vereinbarten Terminen nich erscheinen. Doch die Paten haben gelernt, dies nicht persönlich zu nehmen. Schüler die in ihrem Elternhaus diese Werte nicht vermittelt bekamen, müssen diese Zuverlässlichkeit erst Schritt-für-Schritt lernen. Die Herausforderung nehmen sich die Schülerpaten an. Sie sind in erster Linie keine Nachhilflehrer und kein Familienersatz. Sie fördern vielfältig, geben Hilfestellung bei der Organisation des schulischen Alltags, stehen als Gesprächspartner zur Verfügung,  unterstützen beid der Berufswahl und Ausbildungsplatzsuche, oder motivieren zu kreativer und sinnvoller Freizeitgestaltung. Den Projektpartnern MAIN-EHRENAMt und der Barbarossa-Mittelschule war es wichtig, den Ehrenamtlichen keine Hüde abzuverlangen. Nahezu jeder hat Fähigkeiten und Kenntnisse die er aufgrund seiner Lebenserfahrung einbringen kann. Die Profile der beteiligten Schüler sind daher vielfältig und reichen von der Begleitung ins Berufsleben bis hin zur Förderung von Hobbies und Talenten, z.B. musizieren. Das Spektrum der Ehrenamtlichen reicht deshalb von der Hausfrau bis zum pensionierten Gymnasiallehrer. Auch eine ehemalige Pfegedienstleistung einer Altenpflegeeinrichtung ist mit Enthusiasmus im Projekt engagiert und betreut seit dem neuen Schuljahr gleich zwei Schüler. das Projekt zeiht Kreise und kann zum Erfolg fürhen, wenn alle Beteiligten, Ehrenamtliche, Schüler, Eltern, Lehrkräfte an einem Strang ziehen.

Susanne König

 

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